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Schlesier, Gustav ; Prokesch-Osten, Anton von
Gustav Schlesier an Anton von Prokesch-Osten, Stuttgart, 13. Januar 1838, HHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton [?], Bl. 1-3 1838

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id2175
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Schlesier, Gustav
Addressee of letter
Prokesch-Osten, Anton von
LocationStuttgart
Date13. Januar 1838
Handwritten recordHHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton [?], Bl. 1-3
Size/Extent of item5 eighd. beschr. Seiten
IncipitExcellenz mögen gestatten, daß sich ein Ihnen
Type of letterBriefe Dritter
Digital item: TextGustav Schlesier an Anton von Prokesch-Osten Stuttgart, 13. Januar 1838 Excellenz mögen gestatten, daß sich ein Ihnen unbekannter jüngerer Landsmann in einer Ihnen gewiß nicht ganz gleichgültigen Angelegenheit vorzugsweise an Sie zu wenden und eine günstig dazu gebotene Gelegenheit hiermit zu benutzen wagt. Sie mögen es dem Umstande, daß es Ihnen gefallen hat und in so anerkanntem Grade gelungen ist, nicht blos Staatsmann, sondern zugleich Autor zu seyn, für alle Fälle zuschreiben, daß die Scheidewand, welche sonst Ihre bürgerliche Stellung gegen so viele Zeitgenossen ziehen würde, auch für den bescheiden denkenden nicht schlechthin unübersteiglich erscheint. Ew. Excellenz mögen mir deshalb die Unbefangenheit gestatten, daß ich in Ihnen nach diesem kurzen Eingang sogleich den Schriftsteller und diesmal noch dazu den Freund eines ebenfalls großen, unvergeßlichen und in seiner Art unübertroffenen Schriftstellers anrede, - ich meine den Freund und Verehrer von Friedrich Gentz. Um für heute mein Ansuchen möglichst kurz zu fassen, und Ihnen zugleich ein schon vor längerer Zeit veröffentlichtes Document meiner Gesinnung über den Verewigten beizufügen, am // [hier fehlen vermutlich zwei Seiten] // Rücksicht benutzen wird, die er dem Gegenstand seiner Neigung, die er den Männern, die ihn durch ihr Vertrauen ehren, die er den Häuptern und Leitern der Deutschen Staatenwelt, namentlich hier denen des Kaiserthums schuldet, - sollte man einem solchen Arbeiter nicht nur freundliche Mitwirkung angedeihen lassen wollen ? Excellenz, welche ich heute fast zuerst um solche Theilnahme angehe, lege ich auch hiermit diese Versprechungen zuerst ab. Mein Anliegen besteht in diesem Unterstützungsgesuch, das vor der Hand auch mit einer bloßen Zusage befriedigt wird, - und in einigen Fragen, deren Beantwortung mir als Rath und Richtschnur bei weiteren Schritten dienen würde. Dies letztere läßt sich auf folgende Punkte zusammenfassen: 1.) Ew. Excellenz wollen mir das Wohlwollen bezeigen, [was] mir das an die Hand zu geben, was Ihre Kräfte, Ihre Stellung, Ihr eigner Besitz zu diesem Zwecke vermögen und auch in dieser Hinsicht zunächst durch irgend eine Eröffnung und, wie ich wohl wirklich hoffen darf, durch eine Zusage beglücken; 2.) Ew. Excellenz wollen mir die Empfehlungen angedeihen lassen, die mir so äußerst erwünscht seyn müssen, um auch von Wien aus Nachweisungen, Aufsätze, und wohl gar Ungedrucktes z. B. Briefe zu erlangen. Ich bemerke Ew. Excellenz , daß mir von Herrn von Varnhagen in Berlin eine ähnliche Unterstützung zu Theil wird. Hier darf ich wohl die Frage anschließen, ob nicht P i l a t, der doch gewiß so Mancherlei besitzt, und in jedem Fall wichtige Nachrichten von der späteren Thätigkeit Gentz's gleichfalls geben // könnte, den von Ihnen Empfohlenen zu unterstützen geneigt seyn würde ? 3.) Ich bin entschlossen an den Fürsten von Metternich zu schreiben und ihn von dem Unternehmen in Kenntniß zu setzen. Nicht daß ich irgend eine begründete Hoffnung hegen könnte, von Seiner Durchlaucht einer Entgegnung gewürdigt zu werden; allein ich wünsche damit zu erwirken, daß weder von ihm noch sonst von Oesterreich das Unternehmen als ein <in> irgend einer Weise Übelwollendes oder Feindliches betrachtet werde. Meinen Ew. Excellenz, daß, wenn mein Schreiben über Athen an den Staatskanzler ginge, der Zweck desselben sicherer zu erreichen stehe ? Es erregt in mir eine wunderbare Stimmung, daß ich in die Hauptstadt des auferstandenen Griechenlands an einen Mann schreibe, der ein wichtiger Hebel zu dessen nationaler Verjüngung war, - um das Andenken eines Andern aufrecht zu halten, dessen Natur und Schreibart, wie die Weniger, bei aller Modernität a n t i k zu nennen ist. Gerade in diesem Sinne war Gentz classisch ! Soviel heute - und in tiefsten Respectsbezeigungen aus Ihrer Heimath, die gewissenhafte Huldigung, mit der ich schließe Ew. Excellenz gehorsamster Diener Stuttgart den 13 Jan. Dr. Gustav Schlesier. 1838. H: HHStA, Wien. Nachlaß Prokesch-Osten, Karton Bl. 1-3. x Bl., F: ; 5 eighd. beschr. Seiten. D: bisher ungedruckt.