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Gentz ; Prokesch-Osten, Anton von
An Anton von Prokesch-Osten, Preßburg, 23. Oktober 1830, HHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 3, [?], Bl. 108-[?] 1830

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id1759
Briefaussteller
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Briefempfänger
Prokesch-Osten, Anton von
AusstellungsortPreßburg
Datum23. Oktober 1830
Handschriftl. ÜberlieferungHHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 3, [?], Bl. 108-[?]
DruckorteProkesch-Osten, Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 399-401 (tlw.)
IncipitSie haben mich mit Ihrem
BrieftypBriefe von Gentz
Digitalisat: TextAn Anton von Prokesch-Osten Preßburg, 23. Oktober 1830 Preßburg 23ten Oktober 1830. Sie haben mich mit Ihrem Briefe sehr glücklich gemacht; nur der Schluß ärgert mich; einmal weil Sie so schnell und grob abbrechen, da ich gern noch zehn solche Seiten gelesen hätte; und dann, weil Sie meine Einladung nach Preßburg auf eine wahrhaft schnöde Weise ablehnen; mit einem Gedankenstrich - und mit einer höchst albernen Ausrede. Die Reise hin und her, nebst Aufenthalt, kostet nicht 100 Gulden Wiener Währung. Aber welche Charakteristik von Fanny haben Sie mir geliefert ! Das, Mein Geliebter // Freund, werde ich Ihnen nie vergessen. Ich schicke dies Meisterstück nach Berlin. Fanny selbst, und Frau von Varnhagen muß es lesen. Ich habe doch auch gelernt, wie man von Personen, die man liebt und ehrt, sprechen soll; und stehe nicht im Verdacht, die Eigenschaften eines Wesens, in welches ich ganz versunken bin, zu gering anzuschlagen. Aber so schön wäre es mir nicht gelungen. Ich habe allerdings keinen vernünftigen Grund, zu fürchten. In 17 Briefen, die sie mir in 4 Wochen geschrieben hat, liegt vielmehr eine Fülle von Beruhigung und Ermunterung. // Aber ich quäle mich con amore, und kan mich an dem teuflischen H e i n e nicht satt lesen. Mitten in dem Gewühl der hiesigen Geschäfte, und der Klagen Andrer über die herannahende Zerstörung der Welt, die ich zu widerlegen suche, und meiner eignen Sorgen, die mich Lügen strafen, und der tollen Abende, die ich mit Melanie und Metternich zubringe, und aller Sonderbarkeiten des hiesigen Aufenthaltes, die ich Ihnen einst wie Feen-Mährchen erzählen werde, und einer rastlosen Correspondenz - ergreife ich jede freye Minute, um ein Paar Lieder in dem verzauberten Buche, zum zwanzigsten // oder fünfzigsten Mahle in mich zu saugen. Man sollte glauben (zum Glück weiß es Niemand als Sie) die Vernunft wäre ganz von mir gewichen; und doch fühle ich, daß, wo es aufs Raisonniren ankömmt, ich besser raisonnire als alle die Uebrigen. Was Sie mir von den Ihrigen sagen, freut mich herzlich. Ich habe die Idee gegen den Fürsten artikulirt; und zu meiner Verwunderung nahm er sie ohne allen Unwillen auf. Ich würde die Sache für möglich halten, wenn d e r D r i t t e nicht vorhanden wäre. Der aber würde es nie zulaßen.Schreiben Sie mir [...] H: HHStA, Wien. Nachlaß Prokesch-Osten, Karton 3, ; Bl. 108-? x Bl., F: ; x eighd. beschr. Seiten. Präsenzvermerk !! D: Prokesch-Osten: Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 399-401 (tlw.).