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Gentz ; Prokesch-Osten, Anton von
An Anton von Prokesch-Osten, Wien, 19. April 1828, HHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 22-23v 1828

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id1281
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Gentz
Addressee of letter
Prokesch-Osten, Anton von
LocationWien
Date19. April 1828
Handwritten recordHHStA, Wien. Nachlass Prokesch-Osten, Karton 27, [?], Bl. 22-23v
Size/Extent of item4 eighd. beschr. Seiten
Places of printProkesch-Osten, Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 113-115
IncipitObgleich meine beschränkte Zeit mir
Type of letterBriefe von Gentz
Digital item: TextAn Anton von Prokesch-Osten Wien, 19. April 1828 Wien den 19 April 1828. Obgleich meine beschränkte Zeit mir nicht gestattet, Ihnen einen regelmäßigen Brief zu schreiben, Mein Hochverehrter Freund, so ist es mir doch unmöglich, Ihnen nicht in wenig Worten zu sagen, welches neue Verdienst, und welchen neuen Ruhm Sie Sich durch Ihren vortreflichen Bericht über Ihren Aufenthalt zu Poros erworben haben, und wie viel Dank ich Ihnen für den wichtigen Nachtrag, den Ihr Privatschreiben enthält, schuldig bin. Aus Ihren scharfsinnigen Beobachtungen ergiebt sich deutlich, daß Capodistrias sein Heil nur von den verbündeten Mächten erwartet, und daß er daher auch, ohne auf a b s o l u t e Unabhängigkeit Anspruch zu machen, sich mit den Stipulationen des Londner Traktats gern begnügen würde. Nun sind aber die drey Höfe, die diesen Traktat unterzeichneten, von der Idee einer absoluten // Unabhängigkeit der Griechen, nie weiter entfernt gewesen als jetzt. Rußland hat sie aus Gründen, die Ihnen hinlänglich bekannt sind, zu keiner Zeit gewollt; und die Englischen und Französischen Minister, deren Vorgänger (freylich in den gröbsten Inconsequenzen befangen) durchaus so gehandelt haben, als wünschten sie nichts geringeres, als die émancipation pure et simple, protestiren heute aus allen Kräften dawider, erklären u n s e r n Gesandten (wenn diese etwa den Satz aussprechen, daß unser Hof d i e g ä n z l i c h e T r e n n u n g e i n i g e r G r i e c h i s c h e n L ä n d e r vom T ü r k i s c h e n R e i c h e, als P r e i s d e r E r h a l t u n g d e s F r i e d e n s sich gern gefallen laßen würde) es dürfe von keiner andern Maßregeln, als den im Trilateral-Traktat festgesetzten die Rede seyn, und für diese, dem Sultan so günstige Form, müße man s c h l e c h t e r d i n g s ( w i e aber und w a n n ??) die Zustimmung // der Pforte erhalten. Sie sehen hieraus, daß ungeachtet der großen Schwierigkeit dieses letztern Punktes, doch das, was man die Pazification nennt, gegenwärtig viel leichter zu erreichen wäre, als in einer frühern Periode, weil im Grunde Rußland, England, Frankreich, und Capodistrias, über die Haupt-Basis gleichförmig denken, die Griechen, als solche, als wilde Masse, gar keine Stimme mehr haben, und das Serail [zuletzt], von geschicktern Negoziateurs als die drey durchgegangnen waren, bearbeitet, sich zuletzt, ohne allen Zweifel, ergeben würde. Gerade unter dieser günstigen Constellation aber, fängt Rußland, auf die elendesten Vorwände gestützt, aus Gründen die ich hier zu entwickeln nicht Zeit habe, die aber der Griechischen Sache ganz fremd sind, einen neuen Krieg an, welcher fast jede Hoffnung, den bisher bestandnen zu beendigen, abermals zu Boden schlägt. Mein höchster // Wunsch wäre jetzt, daß England und Frankreich so schnell und wirksam als möglich, die Griechische Sache auf eine oder die andre Weise a b z u s c h l i e ß e n suchten, damit sodann alle disponible Kräfte Europas, wo nicht in Bewegung gesetzt, doch wenigstens zusammengehalten werden könnten, um den Untergang des Türkischen Reiches zu verhindern, und den colossalen Fortschritten der Russen, die durch den Friedens-Traktat mit Persien, schon jetzt Herren von halb Asien sind, früher oder später Einhalt zu thun. Allein England und Frankreich sind viel zu uneinig, unter sich selbst (jenes in großer Spannung, dieses in schnöder Unterthänigkeit gegen Rußland) und werden beyde von viel zu schwachen Ministern regiert, als daß nicht alles in Stockung gerathen sollte, und nur das allgemeine Verderben seinen unaufhaltsamen Gang geht. Mit Ihnen mögte ich heute ganze Tage lang über Politik raisonniren,ob wir gleich zu weit von einander entfernt sind, und der Wechsel der Dinge zu reißend ist, als daß man ihm durch eine unter solchen Umständen laborirende Correspondenz folgen könnte. Laßen Sie Sich jedoch nicht abhalten, mir so oft als möglich, Ihre, jederzeit für mich höchst wichtigen Ansichten mitzutheilen, und leben Sie so wohl als ich es von ganzem Herzen wünsche Gentz. NB. Der Fürst hat Ihrem letzten Bericht ebenfalls die höchste Gerechtigkeit widerfahren laßen. H: HHStA, Wien. Nachlaß Prokesch-Osten, Karton 27, ; Bl. 22-23v. x Bl., F: ; 4 eighd. beschr. Seiten. D: Prokesch-Osten: Briefwechsel mit Gentz und Metternich, I, 113-115.