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Schlesier, Gustav ; Prokesch-Osten, Anton von
Gustav Schlesier an Anton von Prokesch-Osten, Stuttgart, 7. April 1841, 1841

Gentz digital

Transkriptionsentwurf Günter Herterich

id1071
Issuer of letter
Mashup mit Wikipedia  
Schlesier, Gustav
Addressee of letter
Prokesch-Osten, Anton von
LocationStuttgart
Date7. April 1841
Incipitdürfen mir die Schuld nicht beimessen
Type of letterBriefe Dritter
Digital item: TextGustav Schlesier an Anton von Prokesch-Osten Stuttgart, 7. April 1841 Stuttgart, den 7. April 1841. dürfen m i r die Schuld nicht beimessen, wenn erst heute die Antwort auf Ihr Schreiben vom 27. Februar abgeht, das ich am 15. v. M. erhalten habe. Sie würdigten mich darin Ihrer Aufträge in Bezug auf Ihre Herrn Hallberger übersendeten "Gesammelten Schriften". Es thut mir fast leid, daß Sie mir nicht von Anfang an eine gewisse Beaufsichtigung oder Leitung dieser Sache übertrugen, dennoch mein' ich das Möglichste gethan zu haben, um Ihrem Vertrauen zu entsprechen und noch jetzt Ihr Interesse dabei zu wahren. Ich legte sogleich Protest gegen das Ausgeben des Werkes ein, so // lange er sich nicht wegen der Bedingungen mit Ihnen geeinigt habe. Hallberger suchte aus seinem Briefcopierbuch nachzuweisen, daß er Ihre Genehmigung zu einem Vorschlag habe, laut welchem er Ihre Sammlung nach Maßgabe des Erfolges zu honoriren wünschte. Daß er Ihnen einen solchen ignobeln Antrag gewagt, scheint nicht zu bezweifeln und sieht diesem Herrn nur zu ähnlich. Wo ist denn, warf ich wieder ein, der Beweis Daß Herr von Prokesch in diesen Vorschlag gewilligt ? Ihr Schweigen auf ein paar von ihm nur so hingeworfene Phrasen dürfe er hier keineswegs als Genehmigung auslegen, und auf keinen Fall hätte er den Druck beginnen sollen, bevor er wegen Form und Honorar ausdrückliche Einwilligung von Ihnen erhalten. Endlich, nach mehrmaligen, zu keinem ordentlichen Resultat führenden Conferenzen, sagte ich ihm, das einfachste Mittel die Angelegenheit in Ordnung zu bringen, scheine mir das zu sein, daß er Ew. Excellenz noch nachträglich ein bestimmtes Honorar-Anerbieten und zwar gleich stelle. Hallberger ließ sich durch Zureden für diesen Weg gewinnen, und versprach, in dieser // Absicht noch vor den Osterfeiertagen an Sie zu schreiben und beiläufig über den Stand der Sache hinreichenden Bericht zu geben. Ob und wie er nun sein Versprechen verwirklichen wird, kann ich nicht bestimmen, doch glaube ich, daß es ernstlich sein Wille ist. Hallberger ist ein Mann von fast mehr als mittelmäßigen Fähigkeiten und dabei zu mißtrauisch um Andere in sein Geschäft blicken zu lassen. Daraus ist vorzugsweise sein Schweigen und Säumen zu erklären. Er scheut die Anstrengung, die ihm jedwedes Briefschreiben verursacht und darüber bleibt die Sache liegen. Es ist keine Vernachlässigung, oder eine und dieselbe, die er gegen Alle übt, und in vornehmen Beziehungen gewiß mehr als in alltäglichen. Ich theile Ew. Excellenz dies in Vertrauen mit, um das Geschehene mindestens zu erklären. Durch meine Maßnahmen ist Ihnen der Vortheil gesichert Hallberger's Anerbieten erst noch zu erwarten, und im Fall es Ihnen nicht genügt, Ihre Forderungen dagegen zu stellen. Was Sie mir ferner auch in Ihren Angelegenheiten vertrauen wollen, ich hoffe, Sie werden stets in mir den zuverlässigen Negotiorum gestor finden. //